Premiere der neuen VDP Großen Gewächse in Berlin

Am 2. September wurden die neuen Großen Gewächse vom VDP in Berlin vorgestellt. Dazu zählten die Großen Gewächse aus dem Jahrgang 2018 und vereinzelt die Weine aus 2017 von den Weingütern, die ihren Großen Gewächsen 2 Jahre Zeit zur Reife und Entwicklung geben, bevor sie auf den Markt kommen.

Zum Jahrgang 2018

2018 war ein heißes Jahr und der Jahrgang wurde mit sehr vielen Vorschusslorbeeren bedacht. Die Vermutung vieler, die Weine könnten aufgrund des Jahrgangs bullig und breit aufgestellt sein hat sich nicht bestätigt. Der Charakter der Weine ist fein und elegant mit geringen Alkoholgraden, anstatt Breite strahlen viele Weine eine innere Dichte aus. Allerdings sind die Qualitäten nicht so homogen, wie Anfangs prognostiziert.

Zum Jahrgang 2017

Sicherlich ein schwieriger Jahrgang für die Winzer mit viel Fleiß und auch Mengeneinbußen durch Frost im Frühjahr. Allerdings sind die Weine bemerkenswert dicht und elegant und mit enormer Kraft versehen, brauchen jedoch Zeit, um sich zu entwickeln. Für viele Winzer wie z. B. Christmann und Reichsrat von Buhl ein ganz großer Jahrgang.

Nachfolgend habe ich meine Favoriten je Gebiet aufgeführt:

Mosel/Saar

An Mosel und Saar ragen für mich die Weine der Weingüter Van Volxem, Heymann-Löwenstein und Clemens Busch hervor.

Bei Van Volxem geht bei den 2018ern bemerkenswerterweise kein Wein über die Alkoholgrenze von 12%. Alle Großen Gewächse zeigen deutlich ihre Lage und Herkunft an. Das komplette Sortiment ist auf höchstem Niveau, herauszuheben sind als neues Großes Gewächs “Bockstein” mit einer herausragenden Mineralik und der “Pergentsknopp”, der sicherlich zu den Top 10 des Jahrgang gehört.

Bei Heymann Löwenstein erinnert der “Röttgen” 2018 an den genialen 2012er. Elegant und fein mit unglaublicher Kraft und Mineralik ist das wieder ein klasse Röttgen, der an der Mosel ganz oben mitspielt. Der aktuelle “Roth Lay” 2017 war bei der Verkostung nicht am Start.

Die Weine von Clemens Busch zeigen sich für Busch Verhältnisse zugänglich und geben einen Hinweis über die tolle Qualität, die diese Weine in Zukunft haben werden. Allerdings benötigen alle Weine noch sehr viel Zeit. Zugänglich präsentieren sich die 2018er “Marienburg” und “Rothenpfad”. Ganz fein und elegant ist der “Fahrlay-Terrassen” aus 2017, und herausragend und hervorzuheben ist der “Rothenpfad Reserve” aus 2016, der noch nicht lange abgefüllt ist und in einigen Jahren wie in 2015 wieder ein Ausnahmenwein sein wird.

Zu guter Letzt setzt auch Geheimrat  J. Wegeler mit seinem 2018er Sortiment der Großen Gewächse von der Mosel tolle Akzente. Während der “Wehlener Sonnenuhr” geradeaus und sehr zugänglich ist, zeigt sich beim “Doctor” die große Komplexität des Weines. Der Doctor reiht sich in 2018 sicherlich an der Spitze der Mosel mit ein.

Nahe

An der Nahe stechen die Weine von Dönnhoff und Schaefer-Fröhlich hervor. Beide sind mit Ihren Kollektionen auf sehr hohem Niveau. Herauszuheben ist der “Stromberg” von Schäfer-Fröhlich. In der Nase noch deutlich an die Spontanvergärung erinnernd zeigt der Wein eine ungeheure Finesse. Lang, elegant und fein ist das ein Ausnahmewein des Jahrgangs.

Rheinhessen

Herausragend sind hier die Weine von Wagner-Stempel. Sowohl “Höllberg” und noch in verstärktem Maße der “Heerkretz” zeigen eine kristalline Klarheit mit enormer Kraft. Eine super Ausgabe der Weine in 2018 und an der Spitze in Rheinhessen!

Rheingau

Peter Jakob Kühn ist mit seiner 2017er Kollektion das Maß aller Dinge im Rheingau. Sowohl die neue Lage “Jungfer” als auch der “Sankt Nikolaus” sind enorm kraftvoll und so wunderbar eigen und nicht vergleichbar mit anderen Großen Gewächsen. Unverwechselbar und großartig!

Pfalz

In der Pfalz haben mich neben der großartigen Kollektion von Reichsrat von Buhl (s. Blogeintrag Reichsrat von Buhl – Grosse Gewächse 2017) aus 2017 die 2018er Weine von Bassermann Jordan, Christmann und Philipp Kuhn am meisten inspiriert.

Bassermann Jordan

Allen Großen Gewächsen ist gleich, dass sie einen fantastischen kühlen langen Abgang haben. Dabei ist der “Hohenmorgen” (neben Bürklin Wolf ist Bassermann Jordan der einzige Erzeuger dieser Lage) fein, mineralisch, sehr zugänglich und mit einer tollen geradlinigen Stilistik. Das “Ungeheuer” ist anders als bei Reichsrat von Buhl würziger interpretiert und zeigt eine tolle Länge mit einer sehr lebendigen Säure. “Jesuitengarten” und “Pechstein” sind sehr schön aber noch etwas zurückhaltend. Beide Weine benötigen Zeit, geben aber ein großen Versprechen für die Zukunft.

Christmann

Das “Reiterpfad Hofstück” zeigt sich von seiner strahlenden Seite, bereits zugänglich und trinkfreudig ist er sehr saftig und zeigt ganz klar die Ruppertsberger Sonnenlage. Ein toller Wein!

Der “Idig” ist wieder klasse, etwas zurückhaltender als das Reiterpfad, aber für seine Verhältnisse sehr zugänglich in 2018. Großartig.

Philipp Kuhn

Der Shooting Star neben Wagner Stempel. Herausragend ist „der große Garten“. Frisch zugänglich und wunderbar laut und verführerisch. Die Spitze bildet in 2018 der „Schwarze Herrgott“. Der Wein hat von allem mehr. Die Nase ähnlich wie beim Stromberg von Schäfer-Fröhlich erinnert noch an die Spontanvergärung, und dennoch zeigt die Nase die Kraft und Komplexität des Weines. Am Gaumen setzt sich die Sensation fort. Komplex, dicht, kraftvoll, mit viel Finesse ausgestattet und sehr lang im Abgang zeigt er jetzt schon seine ganze Klasse. Auch in den Top 10 des Jahrgangs.

 

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