08.04.2018

Rieslinge – Weißburgunder – nette Menschen – gutes Essen, was will man mehr…

Am Samstag gab es wieder einen dieser besonderen Weinabende mit netten Menschen. Weine vermitteln eben doch Lebensgefühl und verbinden…

Heute bin ich schon wieder früh auf – obwohl es gestern 4 Uhr morgens war bis ich im Bett war, dass schöne Wetter nutzend mein  Fahrrad aus dem Winterschlaf entführend und das erste Mal in diesem Jahr an meinem Lieblingsort mit meiner Frau an der Außenalster in Hamburg frühstücken! Und das weckt die Lebensgeister und lässt mich noch einmal innehalten und den gestrigen Abend revue passieren…

In einer wunderbaren Kellerbar mit zahlreichen Reliquien, die Zeugnis ablegen von vielen Feiern, die dort stattgefunden haben gab es jede Menge Rieslinge aus verschiedenen Anbaugebieten in Deutschland und dazu noch 2 besondere Weißburgunder und einen  Franzosen. Das waren

Riesling Sekt Brut 2015 von Reichsrat von Buhl (Pfalz)
Riesling Tausend Sterne 2015 von Alexander Laible (Baden)
Deidesheimer Leinhöhle 2015 von Reichsrat von Buhl (Pfalz)
Frank’s Wild Wine Riesling Heerkretz 2012 vom Weingut Achenbach (Rheinhessen)
Weissburgunder Per Se Großes Gewächs 2014 vom Weingut Deppisch (Franken)
Weissburgunder 350 NN 2016 von Odinstal (Pfalz)
Riesling Felsenberg 2010 vom Weingut Kauer (Nahe)
Roth Lay Große Lage 2011 von Heymann-Löwenstein (2011)
Chery (Condrieu) 2011 von der Domaine Perret (Frankreich Nordrhone)
Felsenberg Auslese 2011 vom Weingut Kauer (Nahe)

Um es vorweg zu nehmen: Jeder der Weine hat super performt! Wir haben alle Weine verdeckt aus dem Zalto Universalglas verkostet. Aber der Reihe nach:

Als Einstieg der Riesling Sekt Brut 2015 von Reichsrat von Buhl. Wie immer eine Bank. Frisch, knackig, fruchtig und immer wieder ein prickelndes Erlebnis. Ein sehr schöner Sekt für jede Gelegenheit.

Dann zu den 2015ern der Probe: Laibles Tausend Sterne und die Leinhöhle von Reichsrat von Buhl. Der Tausend Sterne hat sich seit seiner Freigabe kaum verändert. Jugendlich, frisch, animierende Säure und doch so bekömmlich ist dieser Wein auf dem Niveau einer ersten Lage oder auch eines großen Gewächses. Die Fruchtlinie ist eher bei gelben Zitrusfrüchten wie Zitrone, Limette und Grapefruit rosé angesiedelt. Dann die Leinhöhle. Seit seiner Freigabe gewinnt dieser Wein immer neue Freunde! Völlig untypisch für von Buhl ist die Leinhöhle wunderbar trinkbar und bewegt sich im Gegensatz zum Tausend Sterne im gelbfruchtigen exotischen Fruchtspektrum. Aprikose, Pfirsich , Melone und Mango dominieren den Wein, verbunden mit einer schönen Karamell-Mineralik. Eine tolle exotische Leinhöhle, in diesem Jahrgang eher mollig und ein wenig aus der Art daherkommend – wunderbar!

Der Weissburgunder Per Se Großes Gewächs 2014 vom Weingut Deppisch wirkt sehr mineralisch wie ein großer Riesling. Deswegen wurde er in der Probe auch als Riesling identifiziert. Er kommt lang, trinkanimierend und mundwässernd daher, wirkt noch sehr jung und hat sicherlich ein langes Leben vor sich. Sehr schön.

Ein bewunderndes Raunen heimste der Odinstals Weisburgunder 350 N.N. ein. Die Kombination der Anlagen eines Rieslings durch die stützende, animierende Säure mit dem kremigen Volumen eines Weissburgunders erzeugte bei den meistens Teilnehmern eine neue Trinkerfahrung. In der Nase sehr vielfältig mit Karamell, Ananas, Vanille, Birne, Apfel und Zitrone. Am Gaumen frisch, kremig, voll und dicht. Karamell, Brioche, Galiamelone, Zitrone und Ananas, elegant, bleibt extrem lang mit einer wunderbar eingebundenen Säure. Gerade am Anfang seines Trinkfensters.

Der Frank’s Wild Wine Riesling Heerkretz 2012 vom Weingut Achenbach  fiel sofort durch seine Kraft auf. Sowohl in der Nase als auch im Antrunk der kraftvollste Wein bisher. Dennoch mit einer sehr präsenten Säure versehen, die davon zeugt, dass der Wein trotz seines 6 -jährigen Alters erst am Anfang seiner Genussphase steht und sicherlich noch einige Jahre Entwicklung vor sich hat. Sehr mineralisch mit Pfirsich, Orangen und Karamelltönen ausgestattet überzeugt der Wein und ist ein echter Geheimtipp, der arrivierten großen Gewächsen die Stirn bietet. Hier zeigt sich, dass es sich bei großen Rieslingen lohnt, geduldig zu sein und sie ein wenig reifen zu lassen.

Und dann kam der Felsenberg 2010 vom Weingut Kauer. Kauer ist nicht im VDP, aber die Reben seines Weines entstammen der Große Gewächs Lage “Felsenberg” aus Schlossböckelheim an der Nahe. 2010 war ein sehr säurebetonter schwieriger Jahrgang für die Winzer, der in den Medien auch ziemlich verkannt wurde. Die guten Weine dieses Jahrgangs brauchen sehr viel Zeit zur Reife, sind aber in vielen Fällen dann auch erstklassig. So auch beim Felsenberg von Kauer. Die intensivste Pfirsich-Nase von allen bisher verkosteten Weinen und auch der kraftvollste Wein, immer auf der orangefruchtigen Seite bleibend. Immer wieder Weinbergspfirsich, Orange, Mandarine und ein wenig Mango. Mit der sehr präsenten Säure als Gerüst ist dieser Wein ein Kraftpaket, der große Gläser zur Entfaltung benötigt. Große Klasse aber auch herausfordernd.

Über allen Weinen thronte dann der Roth Lay 2011 von Heymann Löwenstein. Reif, rund, lang, Schiefermineralik pur, tropische Früchte wie Mango, Papaya, Passionsfrucht, Orangen, Pfirsich, und das garniert mit einem Karamellschmelz. Einfach großes Kino!

Danach ein Abstecher an die Nordrhone mit dem Chery 2011 der Domaine Perret. Ein Condrieu, der sich im Vergleich zu den und vor allem nach den anderen Weinen doch sehr schwer tat, da er von seinen Anlagen nicht diese straffe Struktur mitbringt.  Deswegen wäre es unfair, ihn in die vorherigen Weine einzureihen. Es war ein Versuch. Allerdings ist der Wein schon sehr weit entwickelt, es fehlt ihm im Vergleich zu seiner Jugend doch eine gewisse Frische.

Als Abschluß gab es dann noch eine Felsenberg Auslese 2011 vom Weingut Kauer. Die 0,375 Fl. war mit 8 Leuten dann auch sehr schnell ausgetrunken, der Honiggeschmack war sehr animierend. Eher eine Beerenauslese als eine Auslese war dieser Dessertwein hervorragend.

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