Reichsrat von Buhl – Grosse Gewächse 2017

Am 30.08. fand die Verkostung der neuen Großen Gewächse des Jahrgangs 2017 von Reichsrat von Buhl im Weinsalon Hamburg statt.

Zur Auswahl standen

Ruppertsberger Reiterpfad in der Hohl
Ruppertsberger Reiterpfad Hofstück
Forster Ungeheuer
Forster Freundstück
Forster Jesuitengarten
Forster Pechstein

Die Weine wurden alle blind verkostet und zusätzlich gab es mit der Kupfergrube 2016 vom Gut Hermannsberg einen prominenten Piraten in der Probe.

Die Weine waren natürlich sehr jung, aber für den Zweck, dass wir die Typizität des Jahrgangs und die Qualität der GG von Von Buhl in diesem Jahrgang erkennen wollten, waren alle Weine erstaunlich zugänglich und aussagekräftig. Grundsätzlich waren die Forster Lagen den Deidesheimer / Ruppertsberger Reiterpfaden in Bezug auf Klarheit und Lagentypizität zu diesem Zeitpunkt überlegen und klarer definiert.

Lesen Sie nachfolgend die Verkostungsnotizen.

Ruppertsberger Reiterpfad in der Hohl

Der Wein mit der gefühlt meisten Säure und auch am wenigsten zugänglich von allen Weinen. Deswegen war das Reiterpfad in der Hohl schwer einzuschätzen. Grundsätzlich war alles da, aber der Wein präsentierte sich doch noch sehr verschlossen. Überraschend eher kühl aufgestellt (obwohl aus warmer Lage) mit Aromen von Birne und Apfel mit einer ausgeprägten Mineralik und einem Hauch von Pfirsich. Bei der Länge hat er noch  Potential. 92-93+

Ruppertsberger Reiterpfad Hofstück

Neben dem Jesuitengarten der Wein mit der meisten Kraft, die er allerdings noch mit der präsenten Säure intergrieren muß. Da vibriert alles, sehr wild und doch mit unheimlich langem Nachhall. Er braucht noch Zeit, um Kraft und Säure in eine Balance zu bringen. Dennoch im Vergleich zu seinem Bruder “in der Hohl” in einer höheren Liga. In der Nase zeigt er dominante ausgeprägte Fruchtnoten von Pfirisch, Mandarine, Orange mit ausgeprägter Mineralik. Am Gaumen ist er noch verschlossen, aber mit unheimlicher Kraft und lebendiger Säure und Aromen von Karamell, Mineralik und Pfirsichen. Gleichzeitig ist er kraftvoll, elegant, fein und präsent. Am 2 Tag hat er die Säure besser eingebunden. Etwas für Geduldige. 94+

Forster Ungeheuer

Das Ungeheuer ist erstaunlich balanciert und mit einer tollen Frische versehen. Man merkt sofort, dass der Wein bereits seit einem Jahr fertig und auf dem Markt ist. Für mich neben dem 2015er das beste jemals erzeugte Ungeheuer von Von Buhl. In der Nase zeigen sich Aromen von Pfirisch, Aprikose, Orange, Mandarine und Karamell, alles dezent und dabei seidig und elegant.

Am Gaumen setzt sich die Eleganz nahtlos fort. Wieder gelbe Zitrusfrüchte mit Pfirsich, Pflaume und Grapefruit rosé. Das Ungeheuer ist mit einer enormen Länge ausgestattet und macht sofort wieder Lust auf den nächsten Schluck. Sehr groß! 96+

“Der Pirat” Gut Hermannsberg Kupfergrube 2016

Die Kompetenz am Tisch zeigte sich sofort. Alle waren der Meinung, das war der Pirat.

Natürlich war die Kupfergrube weiter entwickelt als die jungen 2017er von Von Buhl. Ein tolles Geruchs- und Geschmackserlebnis!

In der Nase Mineralik pur, Pfirsich und Stachelbeere. Die rote Johannisbeere zeigte direkt das Vulkangestein an, auf dem die Reben stehen. Am Gaumen war er ganz fein und elegant und mit einer tollen Mineralik versehen. Orangen, Johannisbeeren, Karamell und Pfirsiche komplettieren das Geschmacksbild, eingepackt in eine toll integrierte Säure bei enormer Länge. Die Spitze in 2016. 97+

Forster Freundstück

Der Exot in der Probe. Das Freundstück ist enorm komplex und polarisiert. Bereits in der Nase zeigen sich vielfältige Aromen von Pfirsich, Apfel und  Karamell mit leichten Rauchnoten, was sich am Gaumen fortsetzt mit Noten von Anis, Lakritz, Pfirsich, Zitrone und Kräutern. Dabei ist das Freundstück  mit einem schönen Schmelz überzogen und zugleich fein, elegant und lang. Der Wein braucht allerdings viel Zeit, um all diese Komponenten in eine Balance zu bringen. Etwas für Riesling Freaks, die das Besondere entdecken und enträtseln wollen. 96+

Forster Jesuitengarten

Der Gigant in der Probe. Sicherlich einer der Top Großen Gewächse in Deutschland. Der Jesuitengarten strotzt nur so vor innerer Kraft und Spannung.

In der Nase rauchig, elegant, fast exotisch, mineralisch, rotbeerig und mit einer extremen Konzentration versehen.

Am Gaumen ist er fein und kraftvoll zugleich, unheimlich dicht und mit enormer Länge versehen. in einem dunklen Raum wäre es verlockend, dem Wein ein Rotweinetikett anzuhängen, so sehr besitzt er Aromen von schwarzen und roten Beeren. Kühl und lang ist er so komplex, dass er sicherlich einige Jahre benötigt, um Kraft, Eleganz und Dichte zu integrieren. Großartig! 97+

Forster Pechstein

Passend in der Chronologie der Probe ist der Pechstein in seiner Struktur der klare Gegensatz zum Jesuitengarten, und das auf gleichem Niveau. Um Gegensätze in der Musik zu nutzen liegt der Pechstein klar im “DUR” Bereich, wogegen der Jesuitengarten die “MOLL”-Töne anspricht. Offen und klar zeigt er in der Nase subtropische Aromen von Orangen, Mandarinen und Zitronen, die mit vermehrter Luftzufuhr intensiver werden.

Am Gaumen zeigt er sich breit, eher laut als leise, und dabei unheimlich fein mit viel Kraft ausgestattet. Saftig, lang und mineralisch hat er Noten von Orange, Mandarine und Johannisbeere. Auch der Pechstein ist ganz stark! 97+

 

Fazit:

Eine große Kollektion 2017, wobei diesmal Forst Deidesheim schlägt. Die Weine benötigen Zeit, zeigen aber jetzt bereits ein extrem hohes Niveau.

 

Hier geht es zu den Reichsrat von Buhl Weinen

Add comment

Warenkorb Produkt entfernt. Rückgängig
  • Kein Produkt im Warenkorb.