Liebe Weinfreunde,

vom 18. – 20. März war es wieder so weit. Einmal im Jahr öffnet die ProWein in Düsseldorf – die weltweit größte Weinmesse – für 60.000 – 70.000 Besucher ihre Pforten. Ein anstrengendes Programm für Aussteller wie Besucher. Man muß sich das nur in Zahlen vorstellen. in 10 Hallen bieten über 6.000 Aussteller ihre Weinkollektion zum Verkosten an. Wie soll man da noch durchblicken, wenn man ohne Plan dadurch läuft. Und deswegen habe ich mich focussiert auf die Weinregionen, die Sie hauptsächlich in meinem Shop wiederfinden, und das sind Weine von der Rhone und dem Languedoc aus Südfrankreich und Weißweine aus Deutschland.

Natürlich ist eine Messe auch dazu da, sein Sortiment zu erweitern, und dewegen habe ich sehr ausgesucht auch einige Winzer aus Italien, Spanien, Argentinien und den USA besucht und deren Weine probiert.

Hier einige Highlights aus Frankreich:

Chateauneuf du Pape, der Jahrgang 2016

Ich finde die Qualitäten der Weine, die ich probiert habe zu großen Teilen überragend, es gibt aber auch vereinzelt Weine, die ich nicht so toll fand, vor allem in Relation zu der Qualität in der Breite der 2016er.

Die 16er sind überraschend zugänglich und mit einer Tiefe und Dichte versehen, die an 2007 erinnert, allerdings aus meiner Sicht viel feiner, eleganter und auch frischer. Die Befürchtung, die Weine könnten wie 2003 zu überreif sein hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Und die super Qualitäten fangen schon bei den „einfachen“ Chateauneuf an.

Hier nachfolgend meine Top-Empfehlungen, ganz tolle Weine und eine „Bank“.

Domaine Raymond Usseglio 2016Für mich eines der besten Weingüter des Jahrgangs!

Schon auf der Chateauneuf „Einstiegsebene“ bieten Stèphane und Mylène mit ihrem “Tradition” einen Topwein an, der locker bei den Vieilles Vignes / Cuvée Speciale Weinen mithalten kann.

Die“Cuvée Imperiale“ist absolut stark! Ohne Holzeinsatz nur in Zementtanks vergoren und gereift, toll! Für mich einer der Topweine des Jahrgangs (J. Dunnuck 96-100P.).

Der “La Part des Anges ist” ein völlig anderer Wein, hat er doch einen Anteil von 70% Mourvedre, eine Rarität im Chateauneuf du Pape Gebiet. Auch der Wein ist große Klasse.

Abschließend haben sich Stèphane und Mylène noch einen besonderen Wein ausgedacht: “Les Apôtres” – erzeugt aus allen im Chateauneuf zugelassenen 13 Rebsorten. So wurde Wein früher gemacht. Er ist unheimlich fein, hat nicht  ganz die Kraft der “Imperiale”, lebt aber von einer unglaublichen Eleganz.

Zu den Weinen der “Domaine Raymond Usseglio”

Domaine de Cristia ist neben Usseglio für mich ein weiteres Top Weingut in diesem Jahr. Hier ragen vor allem die beiden Spezialcuvées heraus.

Der “Vieilles Vignes” mit 100% Grenache ist dicht, rund und wunderbar aromatisch. Ganz oben bei den 2016ern anzusiedeln (J. Dunnuck 96-99 P.) .

Die “Cuvée Renaissance” ist immer ein wenig verhaltener in der Jugend als der Vieilles Vignes. Das liegt sicherlich auch an der Traubenkomposition, beinhaltet sie doch einen großen Anteil an Mourvedre. Der elegante Gegenspieler der Vieilles Vignes. Ein ganz feiner Wein, große Klasse, steht dem Vieilles Vignes in nichts nach. Vielleicht der bessere “Langstreckenläufer” (J. Dunnuck 95-97 P.).

Zu den Weinen der “Domaine Crista” 

Der “Vieux Donjon” ist immer ein solider Weinwert. Hier gibt es keine Spezialcuvées, ein weißer und ein roter Chateauneuf, basta. Normalerweise in der Jugend nicht sehr trinkfreudig hat mich der 2016er überrascht und total überzeugt (bisher war das nicht mein Wein!) Völlig unaufgeregt mit einer super Eleganz und Tiefe, hält mit deutlich höherpreisigen Chateauneufs locker mit. Wie bei Charvin ist das elegant, bodenständig, sehr normal und Claire Michel-Fabre war unheimlich nett. Klasse (J. Dunnuck 95-97 P.)!

Zu den Weinen von “Vieux Donjon”

Domaine Grand Veneur

Die Weine von “Grand Veneur” unterscheiden sich bereits von ihrer Wucht und Machart her von den vorher aufgezählten Weinen, sind dabei aber genauso stark. Ich war sehr überrascht, dass man die Weine  bereits gut probieren konnte.

Der „Miocène“ ist der “Einsteiger Chateauneuf” bei Grand Veneur. Sehr hohes Niveau, viel Kraft und Länge, kann ich nur empfehlen, auch wenn es “nur” der „einfache“ CDP ist. Auf gleicher Ebene mit Raymonds Usseglios „Tradition“.

Der „Les Origines“ kommt mit mehr Kraft daher, allerdings ist er sehr viel feiner als der Miocène. Ein klasse Wein und anders als in älteren Jahrgängen jetzt schon in der Jugend zugänglich (J. Dunnuck 94-96+ P.).

Und dann der “Vieilles Vignes”. Ein Kraftpaket mit immenser Länge kombiniert mit ungeheurer Eleganz, die ich bei dem Wein in den großen Jahren 2007 und 2010 ein wenig vermißt habe. Wir sind hier wie bei Cristia und Raymond Usseglio ganz oben (J. Dunnuck 97-99+ P.)

Zu den Weinen von Grand Veneur

Der “Chateauneuf Reine des Bois” von der Domaine de la Mordorée kommt frühestens ab einem Alter von 10 Jahren so langsam in Form, und dann aber richtig (trinken Sie nur mal die Jahrgänge 1998, 2000, 2001 oder 2007)! Anders beim 2016er. Jetzt bereits überraschend zugänglich und rund, mit enormer Substanz gepackt und dabei immer auf der eleganten Seite bleibend. Hier ist alles dran für einen großen Wein!

Zu den Weinen der Domaine de la Mordorée

Abschließend zur Bestätigug für die Qualität des Jahrgangs eine Beschreibung von Jeb Dunnuck, der bis vor kurzem bei Robert Parkers Wineadvocate zuständig für die Südrhone war:

2016 – The 2016s are on another level (…than 2015 der Verf.). …while hot and dry, the driving characteristic of this vintage was the incredibly cool nights which helped maintain acidity in the grapes as well as resulted in terrific aromatics and freshness in the final wines. Harvest occurred from the middle of September through the early part of October. The large crop, even, hot daytime temperatures, little precipitation and cool night resulted in a beautiful vintage that comes closest in style to 1990, or even a hypothetical mix of 2010 and 2007. The wines are beautifully concentrated and structured – on par with 2010 – yet have a more open, sexy, voluptuous style due to the larger yields. The tannin quality is beautiful, the wines have notable freshness and purity, their alcohol is integrated, and quality is incredibly high across all the regions. In fact, the biggest surprise was the consistency of the vintage, which is even more homogenous than 2015. This is truly an extraordinary vintage.”

Und jetzt nach Bordeaux…

Das Weingut “Chateau les Bertrands” liegt in Blaye direkt an der Gironde gegenüber dem Medoc-Ufer. Und hier hat mich ein Wein interessiert, den ich als Piraten des Jahrgangs 2009 aus einer hochwertigen Bordeaux Probe mit vielen Chateaus von Rang und Namen kenne. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen, der Wein passte damals sehr gut in die Probe.

Der “Nectar des Bertrands” besteht zu 95% aus Merlot und 5 % Cabernet Sauvignon. Der 2014er war sehr trinkfreudig mit typischen Röstaromen des Bordeaux, alles war rund, fast süffig und man hätte ihn locker nach St. Emilion verorten können. Weit mehr als ein Cru Bourgois hält der Wein locker mit den Grand Crus mit. Danach kam der 2015er. Im Vergleich zum Vorgänger viel dichter, mit mehr Kraft ausgestattet und  in seiner Entwicklung noch nicht ganz so trinkfertig wie der 2014er. Definitiv aber der sehr viel größere Wein. Ganz toll, und das in einem für Bordeaux ungewohnten Preisfenster um die  20€!

2015 hat das Weingut eine Sonderedition erzeugt, den “Xème Génération 2015”. Das Label ist nicht aufgeklebt sondern wie beim Mouton 2000 in die Flasche graviert. 50% Cabernet Sauvignon und 50% Merlot machen diesen Wein aus. Er ist noch kraftvoller als der Nectar, hat spürbar mehr Holzeinsatz und hat eine komplexe Struktur. Ein Klasse Wein in dem Preissegment mit guter Lagerfähigkeit.

Geheimtipps und für Bordeauxliebhaber nur zu empfehlen!

Zu den Weinen von Chateau les Bertrands

 

 

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