Chateauneuf du Pape – der neue Jahrgang 2017

Die Rotweine des neuen Jahrgangs 2017 aus Chateauneuf du Pape sind zum großen Teil abgefüllt und kommen bald auf den Markt. Gekennzeichnet ist der Jahrgang durch die geringste Menge seit 40 Jahren, wobei die Qualität der Weine großartig ist.

Der Jahrgang

Damit Sie sich einen Überblick über den Jahresverlauf und die Ernte verschaffen können, habe ich Ihnen den Erntebericht der “Fédération des syndicats de producteurs de Châteauneuf-du-Pape” beigelegt.

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Ich hatte die Möglicheit, zahlreiche Chateauneufs und Cotes du Rhone Weine des neuen Jahrgangs zu verkosten und gebe Ihnen nachfolgend einen Überblick sowohl über die Ihnen bereits bekannten Weine der früheren Jahrgänge als auch zu Neuentdeckungen, die ich mit dem neuen Jahrgang in mein Sortiment neu aufnehme.

Zum Charakter der Weine

Grundsätzlich steht für mich der Jahrgang 2017 dem großen Vorjahrgang 2016 in Nichts nach. Die Typizität zeigt minimal schlankere Weine als 2016, dafür sind Frische, Finesse und Eleganz der meisten Weine herausragend. Trotz der Klimaveränderung mit zunehmend überhitzten Sommern und ausbleibenden Niederschlägen hat seit einigen Jahren ein Entwicklungsprozess an der Südrhone eingesetzt, weg von den überhitzten alkoholschweren hin zu finesse-dominierten Weinen. Natürlich lässt sich der hohe Alkohol nicht wegdiskutieren, durch die Frische vieler Weine ist er jedoch nicht wirklich spürbar. Und genau diese Weine finden den Weg in mein Südrhone-Programm.

Zu den Weinen

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Weine, die ich probiert habe. Es sind nur die Weine aufgeführt, die ich Ihnen besonders empfehlen möchte und die auch den Weg in mein Sortiment finden. Als Orientierung für Sie gebe ich zu jedem Wein eine Bewertung ab, wobei ich dabei erwähnen möchte – und dass ist der Nachteil an den Bewertungen, da natürlich vor allem die Weine strahlen, die dreistellig oder nahe dran bewertet sind -, dass ein Wein der nicht gleich mit 97 oder gar 100 Punkten bewertet ist dennoch große Klasse hat, zumal wenn der Preis dazu noch hoch attraktiv ist.

Neu im Programm

Neben den Ihnen bekannten Weingütern Saint Prefert, Grand Veneur und Raymond Usseglio (dieses Jahr mit neuen Amphorenweinen “La Création” und “Les Apotres”) bereichern mit dem Jahrgang 2017 Clos du Caillou und Bosquet des Papes mein Programm. Leider konnte ich die Saint Prefert Weine noch nicht verkosten, aber Jeb Dunnuck hat seine Schatten bereits vorausgeworfen und die Weine mit bis zu 100 Punkten bewerten (CDP Classique 92 – 94, Reserve August Favier 95 -97, Colombis 96 – 100, Collection Charles Giraud 98 – 100). Hier dürfen wir uns auf große Weine freuen.

Grand Veneur
Le Miocène Chateauneuf du Pape

Der Einstieg bei den Chateauneufs von Grand Veneur. Aber was heißt hier Einstieg. Der Le Miocène ist ein klasse Chateauneuf und in 2017 zeigt er seine Feinheit gepaart mit den für Grand Veneur so typischen kraftvollen dunklen Beerenaromen.

Finesse, Kraft und Eleganz zeichnen ihn aus. Dicht, lang, tief, mit ganz vielen schwarzen Früchten ist er wieder einer der besten “Classics” in diesem Jahrgang. Wie im Jahrgang 2016 hat er in der Nase Rauchnoten, dunkle Kirsche, Bitterschokolade, Rumtopf, Pflaume im Hintergrund, Karamell und dabei ist er leicht eukalyptisch. Ein unheimlich elegantes Nasenbild!
Am Gaumen sehr elegant, fein und schmelzig, mit vielen schwarzen Früchten im Geschmacksbild. Er ist bereits jetzt sehr gut zu genießen, da er neben seiner Kraft sehr viel Finesse mitbringt. 93 – 95

Les Origines Chateauneuf du Pape

Aufgrund seines höheren Mourvedre-Anteils hat er noch mehr Struktur als Le Miocene. Aber auch hier zeigt sich sofort der elegante Charakter des Jahrgangs. Der Les Origines ist trotz seiner Kraft sehr fein und elegant und zeigt wie seine “Geschwister” vom gleichen Weingut diese wunderbare Finesse. Die Chateauneuf Weine dieses Weingutes werden von Jahr zu Jahr eleganter und haben im Vergleich zu den doch sehr dominierenden “Kraftweinen” der Jahre 2007 bis 2011 (die auch große Klasse sind) eine tolle Entwicklung hin zur Finesse genommen.

Nase und Gaumen werden eindeutig von schwarzen Beeren, Cassis und Pflaume bestimmt. Der Mouvedre-Anteil ist so schön integriert, dass die Fruchtsüße im Wein vor den Kräuternoten steht. Ein großer Wein! 95 – 97

Vieilles Vignes Chateauneuf du Pape

Der Grand Veneur Vieilles Vignes 2017 ist die qualitative Fortsetzung des Vorjahrgangs 2016. Während 2016 Kraft und Samtigkeit vereinte, so ist 2017 geprägt durch Finesse und Eleganz. Vielleicht der feinste Vieilles Vignes bisher. Einer der Top 5 des Jahrgangs in Chateauneuf. Ein Muß für Vieilles Vignes Liebhaber! In diesem Jahrgang sind leider nur kleine Mengen verfügbar. 97 – 98+

Zu den Weinen von Grand Veneur

 

Raymond Usseglio

Stéphane Usseglio hat im Jahr 2017 wieder hervorragende Weine erzeugt. Zusätzlich setzt er jetzt mit großem Erfolg Amphoren als  Ausbautank ein. Resultat sind die beiden Weine “Les Apotres und “La Création”.
Le Tradition Chateauneuf du Pape

Der Tradition 2017 von Raymond Usseglio setzt seinen Siegeszug auch in diesem Jahrgang fort. Genau so stark wie der 2016er ist er so gehaltvoll komponiert, dass er locker mit vielen Vieilles Vignes anderer Weingüter mithalten kann. Er präsentiert sich unheimlich lang und rund, große Klasse, und das in einem attraktiven Preissegment.

In der Nase viel Pflaume, Cassis und Brombeere, dazu eukalyptische Noten. Alles ist hier im schwarzbeerigen Bereich. Am Gaumen ist er wie im Vorjahr ganz fein, rund, dicht, seidig und sehr elegant und samtig. Er ist mit einer intensiven Süße ausgestattet, wiederum dominieren Pflaumen, Cassis und Schwarzkirsche, leicht untermalt mit würziger Rosmarin. Dabei ist er sehr kraftvoll und mit mehr Eleganz als 2016 ausgestattet. Sehr groß!  93 – 95

Cuvée Imperiale

Fast 100% Grenache für Finessetrinker! Die Cuvee imperiale 2017 ist ganz fein und elegant und erstaunlich zugänglich für seine Jugend. Er steht dem großen Vorjahrgang 2016 in Nichts nach. Ein klasse Wein, der wunderbar rund, dicht und elegant ist und mit einer erstaunlichen Länge glänzt. Ein “Must have” für jeden Chateauneuf-Liebhaber, auch im Jahrgang 2017.

In der Nase zeigen sich exotische Aromen von Guave und Passionsfrucht, dazu Cassis, Brombeere und Schwarzkirsche. Am Gaumen ist er voll und dicht, dabei bestimmen Amarenakirsche und Cassis das Geschmacksbild. Die Cuvée Imperiale des Jahrgangs 2017 trägt als Markenzeichen seine völlige Eleganz. Der Wein hat wieder kein Holz gesehen und wurde in Fudern und Amphoren ausgebaut. Ein puristischer Chateauneuf du Pape auf Weltklasseniveau! 96 – 98+

Les Apotres (Ausbau in Amphoren)

Alle 13 zugelassenen Rebsorten aus dem Chateauneuf du Pape finden ihren Weg in den Les Apotres 2017.  Ein ganz besonderer Wein von Stéphane und Mylène. Das Label des Les Apotres ziert die 12 Apostel beim Abendmahl. Die Machart und Zusammensetzung erinnert an die traditionnelle Weinbereitung von früher, als die Hinzunahme der 13 Rebsorten eher normal war.

Ganztraubenpressung, Mazeration über 3(!) Monate in Amphoren und weitere 12 Monate Reifung in denselben Amphoren. Stéphane Usseglio hat alle Voraussetzungen für einen großen, langlebigen, lebendigen, runden und bekömmlichen Wein geschaffen. Mehr Purismus geht nicht! Es wurden nur 3000 Flasche erzeugt.

Amphorenprobe: Er besticht durch seine fein gegliederte Struktur. Im Vergleich zum Premierejahrgang 2016 hat er an Kraft und Volumen zugelegt, zeigt sich allerdings als der Inbegriff von Eleganz. Cassis und Brombeeren sind die dominierenden Fruchtnoten. Der Wein verspricht unheimlich viel. Ein Geheimtipp, groß und ein Unikat!  96+

La Création (Ausbau in Amphoren)

100 % Grenache – je zur Hälfte entstammen die Trauben aus Chateauneuf du Pape und aus Lirac. Auch der La Creation wird in großen Terrakotta-Amphoren ausgebaut.

Wie beim Les Apotres ist die puristische Machart des Weines unverkennbar. Eleganz, Kraft und Finesse ohne “unnötigen Schnick Schnack” drum herum, alles ist fokussiert. Frisch und elegant tänzelt der Wein leichtfüßig und dennoch kraftvoll. Ein ganz neues und erfrischendes Geschmackserlebnis von einem Winzer, der sich traut, bei Geschwindigkeit und Technik in einem kleineren Gang zu fahren und die Moderne mit der Tradition zu verbinden.  Das macht riesig Spaß – Chapeau! 94 – 96

Zu den 2017er Weinen von Raymond Usseglio

 

Bosquet des Papes

A la Gloire de mon Grandpere

100% Grenache vom Feinsten! A la Gloire de mon Grandpere 2017 von Bosquet des Papes aus Trauben von 70 Jahre alten Rebstöcken – elegant, fein  und jeden Cent wert! Ein sehr großer Chateauneuf und ein “Must have” für jeden Chateauneuf-Liebhaber. Für mich der offenere Wein des Weingutes im Vergleich zu seinem Bruder Le Chante le Merle. 96 – 97

Le Chante le Merle

Le Chante Le Merle ist das Flagschiff des Weingutes. Noch etwas zurückhaltender als der A la Gloire de mon Grandpere und in seiner Stilistik und durch das Terroir doch schmeckbar anders. Erzeugt aus 80% Grenache von 90 Jahre alten Reben und je 10% Syrah und Mourvedre ist das ein kraftvoller, mächtiger aber auch stilitisch feiner Chateauneuf, der allerdings noch etwas Zeit benötigt. Ein großer Jahrgang bei Bosquet des Papes. 96 – 97

Zu den 2017er Weinen von Bosquet des Papes

Le Clos du Caillou

 

Clos du Caillou macht Jahr für Jahr hervorragende Chateauneuf du Pape und auch Cotes Du Rhone in Bio Qualität. Die Cotes du Rhone Weine haben Chateauneuf du Pape Qualität und sind nur dehalb als CDR deklariert, weil die Weinberge, die rund um das Weingut herum bestehen, im Mittelalter bei der Gemarkung für Chateauneuf du Pape nicht berücksichtigt wurden und heute als Insel innerhalb der Chateauneuf du Pape Apellation bestehen.

Cotes Du Rhone Réserve

Der La Reserve Rouge 2017 CDR reift zu 90% in Beton Fudern und zu 10% in Amphoren und hat dadurch eine wunderbare Stilistik. Puristisch und sehr fein mit ganz viel Finesse ist er tänzerisch und dennoch gehaltvoll. Die Frische ist sein Markenzeichen und damit hebt er sich wohltuend von vielen doch sehr schweren Chateauneufs ab. Ein großer Wein mit einem zugegebenermaßen stolzen Preis für einen Cotes du Rhone, aber die Deklaration außen vorlassend haben wir es hier mit einem dramatisch guten Wein zu tun, der in dieser Qualität ein Schnäppchen ist.

La Reserve Rouge ist unheimlich elegant und fein und mit einem hohen Lagerpotential von bis zu 20 Jahren ausgestattet. 94 – 95+

Les Safres Chateauneuf du Pape

Der Les Safres 2017 ist in der Riege der Chateauneuf du Pape Weine von Clos du Caillou zwar nur die Nr. 3, aber andere Weingüter wären froh, diesen Wein als Top-Cuvée präsentieren zu können. Das ist ein Kraftpaket mit einer unheimlichen Länge und einem Abgang von mehr als 2 Minuten und dabei zeigt er sich rund und mit ganz viel Finesse. Aus meiner Sicht ein großer Wurf des Weingutes in 2017. 95 – 97

Les Quartz 2017 Chateauneuf du Pape

Der Les Quartz 2017 ist einer der Top Weine des Jahrgangs. Er ist extrem fein und lang und mit ganz viel Kühle und Schmelz ausgestattet. Ausgebaut wurde er zu 90 % in Betonfurdern und zu 10% in Amphoren, was dem Wein einfach diese tolle Puristik verleiht. Da ist alles dran und nichts zu viel, kein Fett, keine Marmelade. Eleganz pur! 96 – 98+

La Reserve 2017 Chateauneuf du Pape

Der Clos du Caillou La Reserve 2017 steht für die Spitze in Chateauneuf du Pape. Ausgebaut wurde er zu 90 % in Betonfudern und zu 10% in Amphoren, was dem Wein einfach diese tolle Puristik verleiht. Dieses Jahr ist er mit einem extrem hohen Anteil Mourvedre ausgestattet (45 %), wodurch er ein wenig mehr Reifezeit benötigt. Ganz fein, lang und schmelzig und für ein langes Leben gemacht ist dieser La Reserve einfach top! Etwas für Finessetrinker 97 – 99.

 

Zu den 2017er Weinen von Le Clos du Caillou

Hier geht zu allen Chateauneuf du Pape Weinen 2017

 

 

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